:: klares nein zu studiengebühren!
In den letzten Wochen ist die Diskussion rund um Studiengebühren erneut aufgeflammt. Minister Töchterle will die bisherige Regelung nicht reparieren und die Universitäten so unter Druck setzten, ab Herbst autonom Studiengebühren einzuheben. Damit agiert Töchterle gegen die Interessen des gesamten Hochschulraums, denn die Universitäten haben keine Rechtssicherheit, ihnen droht eine Klagswelle, ein Risiko, dass Töchterle scheinbar gerne in Kauf nimmt. Warum ihm die Studiengebühren das scheinbar einzige große Anliegen sind bleibt unverständlich. Vermutlich versucht er damit vom eigentlichen Thema abzulenken, nämlich, dass immer noch kein Hochschulplan vorliegt, kein stringenter Finanzierungsplan, nicht einmal die aktuellen Studierendenzahlen hat er bislang vorgelegt – Versagen auf ganzer Linie.
Doch nicht nur Minister Töchterle, sondern auch die SPÖ schießt sich mit dem Thema Studiengebühren selbst ins Aus. Seitdem Landeshauptfrau Gabi Burgstaller behauptete, es gäbe eine schweigende Mehrheit für Studiengebühren in der SPÖ kommen täglich widersprüchliche Aussagen. Egal ob mit der Forderung nach Kreditmodellen, einer Akademiker_innenabgabe oder der Wiedereinführung der „alten“ Studiengebühren für alle, Studiengebühren sind und bleiben inakzeptabel! Wir fordern ein klares Nein zu Studiengebühren, die Bundesregierung muss endlich ihre Hausaufgaben machen und einen Weg aus der Hochschulmisere finden, anstatt Studierende immer weiter an die Ecke zu drängen. Wir werden auch weiterhin für den offenen und freien Hochschulzugang kämpfen und unseren Forderungen lautstark Ausdruck verleihen.
Mehr Infos zu den einzelnen Modellen, die gerade diskutiert werden, findest du unter dem Punkt „Studiengebühren“
Studiengebühren - 10 Argumente dagegen
1) 1. Studiengebühren belasten vor allem sozial schwächer gestellte Studierende und wirken sozial selektiv.
2) 2. Es gibt keine reichen Studierenden, nur reiche Eltern.
3) 3. Bereits jetzt arbeiten schon über 60 % der Studierenden, um sich ihr Studium leisten zu können. Durch die letzte Einführung der Studiengebühren hat sich die Erwerbstätigkeit unter Studierenden weiter erhöht.
4.
4. Das Beihilfensystem ist löchrig und unzureichend. Nur 18% beziehen Studienbeihilfe wobei die durchschnittliche Höhe bei nur 280 EUR liegt und nur 55% beziehen Familienbeihilfe.
5) 5. Der Teufelskreis: Aufgrund hoher Erwerbstätigkeit ergeben sich längere Studienzeiten, die Überschreitung von Toleranzsemestern und darauffolgend der Verlust von Beihifen, was wiederum zur Notwendigkeit einer höheren Erwerbstätigkeit führt.
6) 6. Die Wiedereinführung der Studiengebühren wäre nach ihrer „Abschaffung“ 2008 ein Verrat an Studierenden und würde ihren völligen Vertrauensverlust bedeutet. Das hat schon der Fehler Gusenbauers gezeigt, die Studiengebühren nicht abzuschaffen, woraufhin eine Protestwelle der Studierenden gegen die SPÖ entbrannt ist.
7. Wir brauchen mehr, nicht weniger Studierende – Bei der Wiedereinführung der Studiengebühren 2001 haben 45.000 das Studium abgebrochen (Rückgang der Studierendenzahl um -19,8%), während bei ihrer Abschaffung die Zahl der Studierenden gestiegen ist (+14,3%).
8) 8. Nach der Kürzung der Familienbeihilfe, der Streichung der Wohnbeihilfe in manchen Bundesländern, Kürzungen bei den Heimförderungen und höheren Mitpreisen und der Verdopplung der studentischen Selbstversicherung wäre eine zusätzliche finanzielle Belastung für Studierende das Aus.
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9. Das Problem der Finanzierung ausländischer Studierender muss auf europäischer Ebene gelöst werden.
10)10. Es braucht ein Bekenntnis der Regierung zu 2% des BIP für den Hochschulsektor, denn Studiengebühren dürfen nicht für das Stopfen von Budgetlöchern verwendet werden und bedeuten einen hohen administrativen Aufwand für die Hochschulen.
Akademiker_innensteuer
1) 1. Die Akademiker_innen ist eine erneute Besteuerung von Arbeit, obwohl diese im Gegenteil zu Vermögen im Durchschnitt bereits hoch besteuert ist und trifft als fixer Steuersatz nicht nur hohe sondern vor allem auch mittlere Einkommen und wirkt somit regressiv.
2) 2. Hohe Einkommen und Vermögen sollen unabhängig ihres Ursprungs (also egal ob Akademiker_in oder nicht) stärker besteuert werden. Dazu braucht es eine stärkere Progression, höhere Spitzensteuersätze und vor allem vermögensbezogene Steuern – denn warum sollten Vermögende ohne Abluss weniger besteuert werden, als Akademiker_innen mit mittleren Einkommen.
3) 3. Eine Akademiker_innensteuer ist nichts anderes als eine nachgelagerte Studiengebühr und somit abzulehnen.
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4. Die Akademiker_innensteuer wirkt im Kärnter-Modell mit einem Fixbetrag in Euro noch regressiver als dies schon ein fixer Prozentsatz auf das Einkommen und ist somit sozial völlig unverträglich.
Kreditmodell
1) 1. Kreditmodelle belasten insbesondere sozial schwächer gestellte Studierende, die – anders als andere – auf einen Kredit angewiesen sind und mit einem Schuldenberg in das Berufsleben starten.
2. Dadurch werden insbesondere Frauen benachteiligt, da sie strukturell weniger verdienen als Männer und daher mit wesentlich längere Rückzahlungsdauern des Kredits konfrontiert sind (bei einer Verschuldung von 15.000 EUR sind es 51 Jahre bei Frauen und 17 Jahre bei Männern).